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Sonnenschein verhalf zu einem sportlichen Volksfest / Ergebnisse
Deutsche Meisterschaften im Traktor-Pulling lockten 4000 Zuschauer an.
Aus dem kleinen Herbsteiner Stadtteil Schlechtenwegen wurde kurzerhand für drei Tage "Pulling-City". Das wurde damit zum Mittelpunkt der Deutschen Meisterschaften im Traktor-Pulling.
Zum vierten Mal war das Traktor Pulling Team Vogelsberg Ausrichter dieses Events, das geschätzte 4000 Zuschauer verzeichnen konnte.
Begonnen wurde am Samstag mit dem Quad Leistungsziehen. Danach waren die Gardenpuller der Klassen 350 Kilogramm und 500 Kilogramm und die Kompaktdiesel an der Reihe. Am Sonntag waren dann die Wertungsläufe der 3,5; 4,5; 5,5 und 6,5 Tonnen der Bauernklasse an der Reihe. Superstandardklasse und Sportklasse folgten, bevor die 8,5 Tonner und die Elftonner der Bauernklasse ihr Zugvermögen präsentierten.
Wer sich mit dem Regelwerk des Traktor-Pullings nicht so gut auskannte, wurde von Daniel Hinrichs umfassend informiert. Er war aus dem Norden Deutschlands extra nach Schlechtenwegen gekommen, war von der Pulling-Strecke total begeistert und bezeichnete Schlechtenwegen als "beste Veranstaltung in diesem Jahr".
Denn im vergangenen Jahr konnte aufgrund einer lang anhaltenden Regenperiode die Strecke nicht optimal hergerichtet werden, doch diesmal waren die Verantwortlichen mit Mike Fölsing und Hans-Jürgen Skwor-Lang noch fleißig gewesen und hatten die Strecke in einen optimalen Zustand versetzen können.
Glücklicherweise half auch das Wetter den Pulling-Freunden, denn Sonnenschein an beiden Tagen ließ die Veranstaltung zu einem sportlichen Volksfest werden.
Rund 100 Fahrer aus ganz Deutschland hatten sich eingefunden, um vielleicht als Sieger in den rund 20 Wertungsklassen genannt zu werden oder bei der Siegerehrung zumindestens auf dem Siegerpodest zu stehen.
Regeln
Schnell erkannten die Zuschauer die Regeln, die relativ einfach sind:
Auf einer 80 bis 100 Meter langen und 10 Meter breiten Wettkampfpiste aus Lehm wird ein Bremswagen von den Teilnehmern mit ihren Traktoren gezogen. Damit das nicht ganz so einfach ist, hat der Bremswagen eine besondere Eigenschaft: Je länger die gezogene Strecke ist, desto schwerer lässt er sich ziehen. Ziel eines jeden Fahrers ist, den Bremswagen ohne Stopp über die gesamte Bahn zu ziehen. Ist dies geschafft, nennt man dies "Full Pull" (deutsch: "vollständiger Zug").
Doch so einfach es auch scheinen mag, entscheidend war die Leistung der Boliden, die zwischen 70 und 800 PS lag. Doch auch fahrerisches Können war gefragt: Wer es fertig brachte, bei einer großen Weite auch noch den Traktor "vorne steigen zu lassen", der konnte sich des Beifalls des begeisterten Publikums sicher sein.
Wie mitgefiebert wurde, zeigte sich, als bei einem der als Favoriten angekündigten Fahrzeug der "Pull" mit einem lauten Knall endete und von Zuschauerseite deutlich die Enttäuschung zu hören war. Zwar fuhr danach der Traktor noch, doch der Turbolader war explodiert. Da waren nach dem Rennen wieder die Mechaniker gefordert.
Das schöne Wetter hatte aber auch Nachteile. Die Folgen der Erwärmung einer Einspritzpumpe war eine höhere Umdrehungszahl, die aber nicht gewünscht war; so musste noch vor dem Start entsprechend "heruntergeregelt" werden.
Freud und Leid erlebte die Familie Skwor-Lang, denn Vanessa Skwor-Lang, die im vergangenen Jahr noch den dritten Rang bei den Gartenpullern belegt hatte, stand diesmal auf dem Siegertreppchen ganz oben. Dort hätte Hans-Jürgen Skwor-Lang auch seinen Sohn Steffen gerne gesehen. Doch drei Nächte ohne Schlaf reichten nicht aus, seinen Schlepper, den "Red Baron", noch rechtzeitig so "hinzukriegen", dass er konkurrenzfähig wurde. Schon vor drei Wochen hat man begonnen, den Boliden entsprechend umzubauen, doch letztlich stellte man fest, dass der Turbolader nicht sauber drehte und die Bremse ebenfalls versagte.
Die Feuerwehren aus Steinfurt und Altenschlirf sowie der Malteser Hilfsdienst Herbstein mit über 20 Kräften verzeichneten nur kleinere Einsätze.
Interessant auch das "Randgeschehen" mit ausgestellten Oldtimer-Traktoren oder einem Riesenmähdrescher. Wer Lust hatte, konnte in luftiger Höhe aus einem Krankorb heraus das Geschehen verfolgen.
Auf der offiziellen Seite der "Deutschen Trecker Organisation" www.tractorpulling.de kann man noch mehr über Traktorpulling und die Veranstaltung in Schlechtenwegen erfahren.















































